Einladung / Grußwort

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

im Namen der Vorstände der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie laden wir Sie herzlich zur kommenden Gemeinsamen Jahrestagung 09 vom 2. bis 6. Oktober 2009 nach Heidelberg/Mannheim ein. 

Neben vielen Änderungen in der Programmgestaltung weisen wir besonders auf eine Sonderveranstaltung am Samstag, dem 3. Oktober von 10:00 bis 11:30 Uhr hin:
Keynote Lecture im Rahmen der Verleihung von Ehrenmitgliedschaft:
Chronische Entzündung und Krebsentstehung von
HerrnProf. Dr. Dr. h.c.mult. Harald zur Hausen, Nobelpreisträger für Medizin 2008.

Zur Eröffnung der Gemeinsamen Jahrestagung 09 haben wir als Referent für den FestvortragHerrn Prof. Dr. Dr. h.c. Dieter Borchmeyer, Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und ehem. Univ. Prof. für Germanistik der Universität Heidelberg gewonnen. Er wird über "Was man in der Jugend wünscht, hat man im Alter die Fülle - das Alter als Erfüllung, Chance und Herausforderung" sprechen.

Es folgt eine Podiumsdiskussion mit dem hochaktuellen Thema "Wie bleibt Fortschritt in der Medizin bezahlbar?" unter der Leitung von Herrn Markus Brock, Moderator des SWR. An der Diskussion beteiligen sich Gerhard Ehninger, Rüdiger Siewert, Dieter Hillebrand, Torsten Strohmeyer, Jochen Taupitz, und Anita Waldmann. Angesichts des demographischen Wandels nimmt die Zahl der Alters- und Krebserkrankungen zu, gleichzeitig werden atemberaubende Fortschritte bei Behandlungsmethoden erzielt. Allerdings sind diese Errungenschaften mit einer enormen Steigerung der Kosten assoziiert. Wir Hämatologen und Onkologen sind also vor die große Herausforderung gestellt, für unsere Patienten einen optimalen Weg zwischen Wissenschaftlichkeit und Wirtschaftlichkeit zu identifizieren. Meinungsbildner aus der Politik, Pharmaindustrie, Medizinethik, Krankenhausträger, Ärzteschaft und Patientenorganisation diskutieren über Wege aus der Kostenspirale.

Wie bei der letzten Gemeinsamen Jahrestagung in Wien beginnen wir dieses Mal mit einer fachübergreifenden Veranstaltung "Highlights in der Onkologie". Über die Möglichkeiten und Grenzen der in Heidelberg einzigartigen Schwerionentherapie wird  Jürgen Debus sprechen, gefolgt von einem Beitrag über die Sinnhaftigkeit der breiten Anwendung von Wachstumsfaktoren als supportive Maßnahme in der Onkologie (Andreas Engert). Zum Schluss werden die Evidenzen für eine  Kombination von systemischer Chemotherapie und Strahlentherapie in der Onkologie kritisch evaluiert (Klaus Herfarth und Mathias Witzens-Harig).

Schon seit Jahrzehnten nehmen die Hämatologie und die Onkologie bei der Aufklärung molekularer Mechanismen der Krankheitsentstehung und bei der Entwicklung innovativer zielgerichteter Therapiestrategien eine Vorreiterrolle für die moderne Medizin ein. Die Entschlüsselung des menschlichen Genoms, epigenetischer Regulationsmechanismen und der molekularen Grundlagen zellulärer Signaltransduktion haben eine noch nie dagewesene Dynamik in der biomedizinischen Forschung bewirkt und die heutigen beachtlichen Fortschritte bei der Behandlung vieler Erkrankungen in der Hämatologie und Onkologie erst ermöglicht. Zur Behandlung der akuten myeloischen Leukämie, den Lymphomen sowie einiger solider Tumoren erleben wir derzeit eine eindrucksvolle Verbesserung der Heilungs- und Überlebenschancen. Dementsprechend werden die Innovationen auf diesem Gebiet in drei separaten Wissenschaftlichen Symposien dargestellt: Tumorbiologie lymphatischer Neoplasien (13:30 Uhr, Montag, 05.10.09), Post-Genom-Ära - Impact  der Molekularbiologie bei soliden Tumoren (15:30 Uhr, Montag 05.10.09), und Post-Genom-Ära - Impact der Molekularbiologie bei myeloischen Neoplasien (10:00 Uhr, Dienstag, 06.10.09).

In diversen Symposien und Plenarsitzungen werden darüber hinaus Themen behandelt wie der Stellenwert neuer Substanzen für die Therapie der AML (insbesondere Flt3-Inhibitoren) sowie die wachsenden Datenbanken zu zytogenetischen und molekularen Aberrationen bei Myelodysplasiesymdrom, die Sicherheit in Diagnostik und maßgeschneiderte Therapien ermöglichen. 

Ein weiteres Beispiel der Vorreiterrolle der Hämatologie und Onkologie ist die Stammzellforschung. Der in Berlin tätige Hämatologe Alexander Maximow hatte im Jahr 1909, also genau vor 100 Jahren, den Begriff "Stammzelle" für das gesamte blutbildende System eingeführt. Im Verlauf entwickelte sich dann die Transplantation hämatopoetischer Stammzellen als erste erfolgreiche klinische Umsetzung der Stammzellforschung. Das heutige große Interesse an Stammzellforschung und Stammzelltherapie hat also seinen Ursprung in der Hämatologie genommen. In den letzten Jahren stellt die Stammzellforschung einen Hoffnungsträger für die Regenerative Medizin dar. Auf der diesjährigen Jahrestagung liegt daher ein Schwerpunkt auf dem Bereich Stammzellforschung. Am Montag findet eine Serie Wissenschaftlicher Symposien zu diesen Themen statt. Um 8:00 Uhr 05.10.09 wird die Biologie der so genannten Stammzellnische bei normalen und leukämischen Stammzellen abgehandelt (eingeladene Gastredner sind Linheng Li, Tsvee Lapidot, und Andreas Trumpp). In jüngster Zeit wurde auch gezeigt, dass hämatopoetische Zellen aus embryonalen Stammzellen differenziert werden können und dass differenzierte Zellen mittels verschiedener Methoden in "induzierte pluripotente Stammzellen" reprogrammiert werden können. Dies eröffnet ganz neue Möglichkeiten für Zellersatztherapien: Stem Cell Technology andRegenerative Medicine, (15:30 Uhr, 05.10.09), eingeladene Redner: Hans Schöler, Jürgen Hescheler, Thomas Skutella. Das Konzept der Tumorstammzelle, neue Mobilisierungsmethode, und die unterstützende Transplantation von anderen Zelltypen (z.B. mesenchymale Stammzellen) beflügeln das Gebiet ebenfalls: Novel Sources and Strategies - Stem Cells for Clinical Transplantation I, (08:00 Uhr, 06.10.09), eingeladene Redner: Michael Andreeff, John DiPersio, Olle Ringden. Zudem wurde die Blutstammzelltransplantation durch die Möglichkeit der Nabelschnurblut-Transplantation revolutioniert: Novel Sources and Strategies - Stem Cells for Clinical Transplantation II (10:00Uhr, 06.10.09), eingeladene Redner: Hal Broxmeyer, Elaine Gluckman, Rupert Handgretinger. Nicht zuletzt wird im Rahmen des "Arbeitskreises Stammzellbiologie und -Therapie der DGHO" eine Plattform geschaffen, auf der zahlreiche Arbeitsgruppen aus Österreich, der Schweiz und Deutschland aktuelle Ergebnisse vorstellen und gemeinsam diskutieren ( 03.10.09, 13:30 Uhr).

Die traditionelle Aufgabe der Jahrestagung besteht selbstverständlich darin, innovative Erkenntnisse bei der Diagnostik und Therapie in der Hämatologie und internistischen Onkologie zu verbreiten und deren Stellenwert in die Patientenversorgung einzuordnen. In bisher bewährtem Format werden grundlegende Übersichten in Form von Fortbildungen und Expertenseminaren zu Schwerpunktthemen an den beiden ersten Tagen, d.h. am Samstag und Sonntag (03.10. und 04.10.) angeboten. Darüber hinaus stellen die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, interdisziplinärer Austausch, und Begeisterung für die Forschung in der Hämatologie und Onkologie zu wecken weitere Anliegen der Jahrestagung dar. Die wissenschaftlichen Symposien, freien Vorträge und Posterausstellungen an den Tagen Sonntag, Montag und Dienstag (04.10.-06.10.) heben diese Bereich legen besonderen Schwerpunkt auf diese Bereiche. 

Bei der Gestaltung des Programmes haben wir dieses Mal für die 12 Schwerpunkte jeweils ein Programmkomitee mit bis zu 6 Mitgliedern eingesetzt, die selbstständig die Inhalte und Referenten der entsprechenden Fortbildungen, Seminare, wissenschaftlichen Symposien, Plenarsitzungen vorgeschlagen und bei der Bewertung der eingereichten Abstracts sich engagiert haben.

Trotz allen Wandels und aller Notwendigkeiten, eines soll und wird gleich bleiben: Die Jahrestagung ist ein Ort des persönlichen Austausches, der Pausengespräche, des Kennenlernens, und sie wird auch ihre entspannenden Momente haben.

Als Kongresspräsident und Kongresssekretäre der Tagung im Jahr 2009 würden wir uns sehr freuen, Sie in Heidelberg und Mannheim begrüßen zu dürfen.

Prof. Dr. med. Anthony D. Ho, Tagungspräsident, Medizinische Klinik V der Universität Heidelberg 

Prof. Dr. med. Peter Dreger
PD Dr. Kai Neben
Wissenschaftliche Sekretäre, Medizinische Klinik V der Universität Heidelberg

DHGOOEGHOSGMOSGH-SSH